Eugene Tag 1: Mit starken Leistungen auf der WM-Bühne
Leni Hirt steht im Halbfinale
Leni Hirt (LG farbtex Nordschwarzwald) startete im schnellsten der fünf 800-Meter-Vorläufe. Die Deutsche U20-Meisterin hielt lange gut mit, musste aber auf der Zielgeraden den fünften Platz, der ihr das große Q beschert hätte, wieder abgeben. In 2:07,63 Minuten wurde sie Sechste und ärgerte sich zunächst.
Doch in der Mixed Zone erreichte sie die Botschaft, dass die Kenianerin Nancy Jepngetich, die das Rennen gewonnen hatte, wegen einer Bahnübertretung disqualifiziert worden war. "Dann bin ich weiter?", fragte die 18-Jährige. "Das wäre der Wahnsinn! Ich will mich jetzt gar nicht freuen, denn so etwas wünscht man niemandem", gab sie sich sportlich fair. Jedoch hätte die Zeit von Leni Hirt ohnehin für ein kleines q gereicht. So ging die beste Vorlaufzeit auf das Konto der Japanerin Rin Kubo (2:03,27 min), die vor zwei Jahren bereits U20-WM-Sechste geworden war.
Anna Hiesinger zieht souverän ins Finale ein
Anna Hiesinger (LAZ Ludwigsburg) stieg im Stabhochsprung bei 3,80 Metern in den Qualifikationswettkampf ein. Bei 4,10 Metern leistete sie sich zwar einen Schönheitsfehler, überquerte die Höhe anschließend aber souverän. "Ich hatte keinen optimalen Tag heute", fand sie. "Aber es ist gut zu wissen, dass es trotzdem für solche Höhen locker reicht." 13 Springerinnen meisterten 4,10 Meter, die nächste Höhe musste dann keine Athletin mehr angehen. "Ich habe mich ready gemacht für die 4,20 Meter und hatte auch richtig Bock, die Höhe zu springen", sagte Anna Hiesinger. "Aber das hebe ich mir fürs Finale auf!"
Mutmachender Auftritt von Anna-Maria Weber
In der zweiten Qualifikationsgruppe des Diskuswurfs ging Anna-Maria Weber (VfB Stuttgart 1893) an den Start. Die 19-Jährige, die vergangenes Jahr im Kugelstoß-Finale der U20-EM gestanden hatte, war zufrieden mit ihrem internationalen Debüt im Diskuswurf, wenngleich 51,09 Meter nicht für einen Finalplatz reichten. "51 Meter – das ist okay, das ist das, was ich das ganze Jahr über geworfen habe", sagte die Stuttgarterin, die Diskuswurf und Kugelstoß gleichermaßen trainiert. "Natürlich wäre ich gern ins Finale gekommen. Aber Platz 15 der Welt hört sich jetzt auch nicht so schlecht an, das kann nicht jeder von sich behaupten." Für den Finaleinzug wären 52,58 Meter notwendig gewesen. Weiter hat die 19-Jährige erst einmal in ihrer noch jungen Karriere geworfen.
Julia Ehrle als Neunte zweitbeste Europäerin
Im 5000-Meter-Finale verkauften sich die beiden DLV-Langstrecklerinnen beim ersten Aufeinandertreffen mit der Weltelite teuer. Während sich an der Spitze zunächst eine achtköpfige Führungsgruppe absetzte, führte Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) die erste Verfolgerinnengruppe an. Gloria Herold (RACE Erfurt) lief in der dahinterliegenden Gruppe. Und während vorn die Führenden mit je zwei Athletinnen aus Uganda, Kenia und Äthiopien sowie je einer aus Japan und Schweden schon nach zwei Kilometern enteilt war, konnte Gloria Herold die dritte Gruppe wieder an die dreiköpfige zweite heranführen. Fortan absolvierten die DLV-Athletinnen weite Teile des Rennens gemeinsam.
Auf den letzten zwei Runden konnte Julia Ehrle das Tempo dann noch einmal verschärfen und sich innerhalb der Verfolgerinnen-Gruppe die Poleposition erkämpfen. In 16:09,53 Minuten wurde sie Neunte und damit zweitbeste Europäerin. Lediglich die Schwedin Carmen Cernjul, in 15:22,18 Minuten starke Fünfte, landete vor ihr. Auch Gloria Herold konnte zufrieden sein: Für die Erfurterin wurden auf Platz 15 16:13,75 Minuten gestoppt. Damit schraubte sie ihre Bestzeit um rund 13 Sekunden nach unten.
Gold holte sich Charity Cherop aus Uganda in 15:03,88 Minuten, Silber gewann in 15:07,91 Minuten die Äthiopierin Shito Gumi. Das Podium komplettierte in neuer Bestzeit von 15:09,08 Minuten die Kenianerin Joyline Chepkemoi.
Die Stimmen unserer Athlet:innen zum Wettkampf finden Sie im Bericht von leichtathletik.de.
>> Hier finden Sie den ausführlichen Vorrundenbericht der U20-WM auf leichtathletik.de.